Ein kleines bergisches Dorf geht auf Fahrt.

In den Iden des Septembers anno Domini MMXXV begaben sich 55 tapfere Dörflinge auf einen Ausflug. 55, nein, denn zwei von ihnen huldigten doch lieber ausführlich den Göttern Hypnos und Pasithea. Also begaben sich immerhin noch 53 wagemutige Dörflinge in einem großen metallenen Boot über die Wupper bei Balken nach Oberhausen an die kleinen Bäche Emscher und Herne (Kanal). Um die Angst in dem großen metallenen Boot zu vertreiben wurde auch versucht, lauthals zu singen. Einige Dörfler begnügten sich auch mit Zuhören oder Brummen. Dennoch, manche erzählen, das es sich auch um das Imbacher Lied gehandelt habe.

Das Ziel in Oberhausen war ein wahrer Metallkoloss in dessen Bauch knapp 5% der Cervesia bevorratet werden kann die in einem Jahr in ganz Germanien getrunken wird.

In diesem riesigen Koloss haben die dortigen Häuptlinge eine Ausstellung zu Ehren der Götter und Bewohners der Ozeane gemacht. Klar, dass bei soviel Meeresraum und darin enthaltenen Bewohnern nicht eine Gottheit allein, dafür zuständig ist. Hier die namhaftesten unter ihnen: Neptun, Poseidon, Rán, Ägir, Susanoo, Tangaroa und Agwe.

Die Ausstellung:

Zu Beginn der Ausstellung wurden wir schon misstrauisch vom Auge eines Blauwals beäugt. Viele Bewohner der Tiefe, filigran geformt erfreuten uns mit ihren sehr mannigfaltigen farbenfrohen Leuchtmitteln (bioluminiszenz). Spannend daran ist, dass es sich um kaltes Licht handelt, welches keine wärme Abstrahlung verursacht. Wir als Zweibeiner sind da technisch noch nicht angekommen (heißt: wir wissen nicht wie es geht). Meeresbewohner die sich mittels Pumpbewegung ihrer durchscheinenden Hüllen fortbewegen und das auch in 3.000 m Tiefe. Das Skelett eines Entenhaies, schon ziemlich groß, dass Revolvergebiss eines Haies, grrrr., nett anzusehende Flipperfische (Delphine), tanzende Robben, in Lagunen rumlümmelnde Haie (auf vorbeischwimmende Nahrung wartend, sog. Pommesbuden Haie),

Korallen und Riffe derselben die mit den buntesten Farben protzen die auch ein Herr Schnelle  nicht eben aus der Tube fördert J. Wälder von Seetang und anderem unterseeischem Gewächs. Und riesigen Wellen die die Kraft und Bedeutung des Wassers auf unserem Planeten vor Augen führen.

Ebenso vielfältig wie die Farben sind auch die Arten des Fangens um an den Inhalt der Meere zu gelangen. Auf Pfählen sitzend, mit der Hand oder Speeren in kleinsten oder kleinen Booten oder etwas tiefer mit langem Luftanhalten verbunden kann man auf natürliche Weise Nahrung fangen.

Neben diesem bißchen Grusel, der vielfältigen Arten und Schönheit des Oceans, wird auch unsere Dummheit gegenüber unserem Planeten deutlich. 35% des Plastiks im Wasser sind Geisternetze und deren Reste von Fischtrauwlern! bleiben immer noch 65% Rest aus irdischem Plastik Müll. Achtlos, weil nicht Geldsegen bringender Beifang (Fische) die halbtot oder tot ins Meer zurückgeworfen werden, dort vergammeln und zur Verschlechterung des Wassers beitragen. Oder Netze von Trawlern die ob des gewaltigen Fanges bersten und mit bis zu 65 Tonnen an ersticktem Fisch im Meer versinken. Ebenso schlimm wie Haie denen nur die Schwanzflosse abgehackt wird und die dann zurück ins Meer geworfen werden da die Schwanzflosse mehr Geld einbringt als der ganze Hai selbst. Kilometer lang verölte Strände, wobei sich das schlimmste unter Wasser abspielt, ebenso wie mit Plastikmüll vollgeschwemmte Strände. Und dann Fische die mit diesem bunten Spektakel nicht mehr mit ihrer Tarnfunktion weiterkommen.

Nicht alles von dem uns als Spezies Mensch veranstalteten wenig Sinnvollen will und soll hier genannt werden.

Was bleibt:

Sich immer die Schönheit, Vielfalt und Größe der Oceane vor Augen zu führen. Sich darüber zu freuen das unser Planet auch deshalb existiert, weil er zu 70% mit Wasser (97% davon Salzwasser) und dem darin enthaltendem Leben bedeckt ist, was auch unser Leben erst ermöglicht. Und uns deshalb klar zu machen, dass unsere Verantwortung nicht am eigenen Gartenzaun endet.

Am Ende, so wie es sich für einen Ausflug gehört:

Es war total schön, die Mischung aus Jung und Alt im Dorf bei so einem Ausflug zu erleben und mit dabei zu sein. Der Austausch, die Gespräche oder auch einfach nur das Genießen. Oder hier und da die gemeinsame Nachdenklichkeit.

Dies endet wie in diesem kleinen bergischen Dorf häufiger üblich in einem kleinen feinen Gelage an runden Tischen. Nochmals lassen wir die Stimmbänder vibrieren und es erklingt wieder das Imbacher Lied. Nicht für alle in der passenden Tonlage, aber dennoch wohlgemut.

Der Dank:

Geht an alle die teilgenommen haben. Und damit auch an DIE an die, die organsiert, besorgt, bestellt und vorgesungen haben. Mit dem Wunsch, dass es bald wieder ein so schönes Zusammensein gibt.

Charlie